Jahrehauptversammlung der Feuerwehr Warendorf

Jahrehauptversammlung der Feuerwehr Warendorf

Warendorfer Feuerwehr punktet mit schnellen Ausrückzeiten, weniger Falschalarm und neuem Ausbildungsbereich. Doch auch Herausforderungen bleiben bestehen.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Benjamin Schürholt sprach Klartext: Er müsse leider die Stimmung drücken, sagte er im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die der Stadtverband der Freiwilligen Feuerwehr Warendorf am Freitagabend abhielt. Die Zeitenwende, so Schürholt, müsse auch im Bevölkerungsschutz ankommen und der werde nicht am Hindukusch, sondern vor Ort gemacht. Eine kleine verständliche Spitze gegen eine Politik, die mitunter scheint, als habe sie die Situation vor Ort vergessen. Diesen Bevölkerungsschutz brauche es ganz dringend, da vielerlei Gefahren drohen könnten. Er selbst habe sich vor zehn Jahren nicht vorstellen können, mal bei einem Tornado in Telgte eingesetzt zu sein.

Gefährdete Infrastrukturen

Seine Warnungen gingen über das Klima weit hinaus. Lange beherrschbare Lagen könnten an Grenzen stoßen und nicht zuletzt der tagelange Stromausfall in Berlin habe gezeigt, wie empfindlich die Lage der kritischen Infrastruktur sein kann.

Sein Appell: Wer Sicherheit will, muss sie auch möglich machen. Eine Forderung, die sich nicht nur, aber natürlich auch auf angemessene Ausstattung und Investitionen in die Feuerwehr bezieht. Und mehr: Die Bevölkerung müsse angeleitet werden, sich selbst und anderen zu helfen, weil Feuerwehr in extremen Lagen nicht überall zugleich sein kann. Auch in diese Resilienz müsse investiert werden, denn: „Resilienz entsteht nicht durch Fahrzeug- oder durch Waffenkauf.“

Zwar seien die Wehren vor Ort stark und zu Recht stolz darauf. Eine lange belastbare Lage allerdings bringe die Wehren an ihre Grenzen, denn viele der Einsatzkräfte würden langfristig auch anderswo gebraucht: In anderen Hilfsdiensten, bei ihren Angehörigen oder im Beruf, der ebenfalls zur kritischen Infrastruktur zählen kann.

Ab sofort Heißausbildung Standard

Im Kreis werde bereits vieles dafür getan, erläuterte Schürholt, der unter anderem auch auf die Bedeutung guter Ausbildung einging. Die sogenannte Heißausbildung, also in reellen Flammen, gehöre ab sofort zur Ausbildung der Atemschutzgeräteträger dazu, sagte er, und erinnerte an den Tod zweier Feuerwehrleute in St. Augustin. Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden.

Auch Wehrführer Frank Sölken hatte im Rahmen des Abends mehrfach auf die Bedeutung sachgerechter Ausstattung und gründlicher Ausbildung für die Sicherheit hingewiesen, die es eben nicht zum Nulltarif gebe, auch wenn das Ehrenamt das Fundament der Feuerwehr bleibe.

Bei seinem Blick auf die Statistik für die 591 Kameradinnen und Kameraden, davon 320 Aktive, konnte er viel Positives für das vergangene Jahr verkünden. 3,4 Minuten Ausrückzeit bei Schutzzieleinsätzen und den damit verbundenen 6,6 Minuten bis zum Eintreffen am Einsatzort seien top und „nicht mehr zu toppen“, blickte er auf die 443 Einsätze für den Stadtverband zurück.

Wegfall von Falschalarm

Ein Blick in die Statistik verrät auch: Allein durch Wegfall von Falschalarmen der insgesamt 72 Brandmeldeanlagen im gesamten Stadtgebiet hätten 1470 der 7156 Einsatzstunden eingespart werden können.

Einsparen will die Stadt nur da, wo es sich nicht vermeiden lässt, lassen sich die Worte von Bürgermeister Peter Horstmann zusammenfassen, der nach den großen Dissonanzen im Jahr 2025 noch immer die damals an sich gezogenen Zügel in der Hand hält und mit seinen Worten einmal mehr verdeutlichte, wie wichtig es ihm – und der Stadt – sei, dass zwischen Feuerwehr und Verwaltung Einvernehmen herrsche. „Ich verspreche Ihnen, dass die Feuerwehr Warendorf weiterhin höchste Priorität genießen wird“, sagte er und weiter: „Wir werden alles Machbare dafür tun, dass unsere Feuerwehr im Ehrenamt möglich bleibt.“

Die Wehrleute in der gut gefüllten Pausenhalle der Gesamtschule quittierten seine Worte mit verständigem Beifall.

Fester Bestandteil der Versammlung sind die Ehrungen für langjährige Treue zur Feuerwehr. Das Foto zeigt Wehrführer Frank Sölken (rechts) mit den anwesenden Wehrleuten, die seit 25- beziehungsweise 35 Jahre in der Feuerwehr sind.
Feuerwehr Warendorf: Vor 60 Jahren entschlossen sich Antonius Büscher (2. v. l.) und Ludger Greßkamp (3. v. l.) in die Wehr einzutreten. Frank Sölken (links) und Benjamin Schürholt ehrten sie für diese langjährige Treue.
Die Jahresberichte der Jugend- und der Kinderfeuerwehr, die Kassen- und Brandschutzerziehungsberichte sowie der Bericht der Ehrenabteilung, den Günter Schlöpker (Foto) vortrug, rundeten die Informationen des Abends ab.

Quelle: Die Glocke

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