Jahreshauptversammlung Löschzüge Warendorf

Jahreshauptversammlung Löschzüge Warendorf

„Wer kommt, wenn nichts mehr geht?“, fragt eine 2021 gestartete Kampagne für die Kräfte des Katastrophenschutzes. In Warendorf ist die Antwort sehr eindeutig: Die Feuerwehr!

Von großen Katastrophen verschont

Mit 267 Einsätzen, das sind rund 60 Prozent der Einsätze im gesamten Stadtgebiet, waren die Löschzüge 1 und 2 im Stadtverband der Freiwilligen Feuerwehr Warendorf auch im Jahr 2025 erneut „regelmäßig gefordert“, wie Löschzugführer Christian (Eddi) Erpenbeck am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der beiden Löschzüge berichtete. Sie seien dabei „von großen Katastrophen verschont geblieben“, sagte er. Es habe jedoch zahlreiche „Einsätze mit Toten und Verletzten“ gegeben.

3342 Dienststunden wurden allein für diese Einsätze aufgebracht. Hinzu kamen 2225 Ausbildungs- und Übungsstunden, 947 Stunden für Brandsicherheitswachen und unbezifferte weitere Zeit für Seminar- und Lehrgangsteilnahmen, Fahrzeugpflege, interne Aufgaben und Sonderaufgaben, wie beispielsweise die herbstliche Hydrantenpflege, die sich bei den derzeitigen Frosttemperaturen als lebensrettend erweisen kann. Alles freiwillig und ehrenamtlich, neben Arbeit, Familie und Freizeit.

Kinderfeuerwehr hat zwei Gruppen

Den Grundstein dafür legt bereits die Kinderfeuerwehr mit zusammen 30 Kindern in zwei Gruppen, deren Jahresbericht Daniel Dietrich präsentierte. Dem potenziellen Nachwuchs machten die 34 Gruppenstunden pro Jahr, die sie mit insgesamt acht Betreuern erleben, viel Spaß, berichtete er.

Der Spaß steht zwar auch bei der Ehrenabteilung, die nunmehr mit Frank Grontzki und Klaus Dunker zwei neue Mitglieder hat, im Vordergrund, wie Günter Schlöpker erläuterte. Noch immer aber sind sie mit Herz und Seele Feuerwehrleute und setzen sich mit ihrem Wissen und ihren Erinnerungen ein. Aus ihren Reihen wurden Erwin Reckendrees und Ludger Lauhoff für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft, sowie Antonius Buscher für ganze 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.

Ihr 25-jähriges Dienstjubiläum verzeichnen Jessica Matthus und Lutz Arens, 35 Jahre stehen Christian Ohlmeyer, Marc Schlöpker, Olaf Schröder und Berthold Steff im Dienst der guten Sache.

„Resilienz vor Ideologie“

Für deren Ausstattung sich Löschzugführer Eddi Erpenbeck „deutlich mehr Dynamik“ wünschen würde. Zwar hat die Wehr gerade erst ein neues Wechselladerfahrzeug erhalten und auch ein weiteres Löschfahrzeug ist in Planung, doch generell zeigen viele Ereignisse, wie aktuell der mehrtägige großflächige Stromausfall in Berlin sowie die Jahrhundertfluten der vergangenen Jahre, dass die Ausstattung der Wehr ein hohes Gut ist, an dem zu sparen sich am Ende sträflich rächen würde.

Die Vergegenwärtigung dieser Gefahren sei unabdingbar, erklärte Wehrführer Frank Sölken in seiner Jahresrede. Gendern oder die Breite von Radwegen seien nicht existenziell, konstatierte Sölken und forderte „Resilienz vor Ideologie, Sicherheit vor Symbolpolitik“.

Kameradschaft entscheidend

Ein entscheidender Faktor für gute Feuerwehrarbeit bleibe allerdings die Kameradschaft, die „unbedingte Verlässlichkeit auf die Frau oder den Mann neben, vor oder hinter mir“, auf die Sölken in seinen Worten den stärksten Fokus legte.

Zunächst war Löschzugführer Manuel Sommer in seiner Rede darauf eingegangen und hatte mit verbindenden und zugleich mahnenden Worten an einen achtsamen Umgang miteinander appelliert. Nicht ohne Grund. Vor Eröffnung der Versammlung hatte Sölken sich an die Anwesenden gewandt und erläutert, warum der Punkt „Anhörungen“, mit dem unter anderem die Nachfolge von Sommer bestimmt werden sollte, kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden war. „Nach einem kurzen Austausch innerhalb der Einheitsführung sind wir gemeinsam zu der Einschätzung gekommen, dass bei Euch zu mehreren Sachthemen derzeit keine einheitliche und gesicherte Informationslage besteht“, erläuterte der Wehrführer. Die Entscheidung sei erfolgt, um zu vermeiden, dass Sachverhalte vermengt oder Wehrleute persönlich beschädigt werden könnten. Entsprechend solle eine transparente Aufklärung erfolgen, die allen den gleichen Informationsstand gewährt. Somit bleibt die Einheitsführung des Löschzugs 2 zunächst in ihrem Amt. Es gehe dabei nicht um Querelen innerhalb der Wehr, sagten Sölken sowie Erpenbeck. Genau diese gelte es mit dem Schritt zu vermeiden.

Olaf Schröder, Marc Schlöpker und Berthold Steff (v.l.) begingen ihr 35-jähriges Dienstjubiläum.
Seit einem halben Jahrhundert stehen Erwin Reckendrees und Ludger Lauhoff im Dienst der Feuerwehr.

Quelle: Die Glocke

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