Am Mittwoch, dem 9. Juli 2025, führte die Führungsgruppe der Feuerwehr Warendorf eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durch. In enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Fernmeldeeinheit des Kreises Warendorf, sowie weiteren beteiligten Hilfsorganisationen wurde ein komplexes Unwetter-Szenario durchgespielt. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit und Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und zu optimieren.
Das Übungsszenario
Ausgangspunkt der Übung war ein fiktives Unwetterereignis, das sich über den Süden Niedersachsens und den Norden Nordrhein-Westfalens hinweg zog. Die Stadt Warendorf war in besonderem Maße betroffen – insbesondere der nördliche Teil der Kernstadt Warendorf (nördlich der Münsterstraße) sowie die Ortsteile Milte und Einen. Simuliert wurden starke Orkanböen, anhaltender Starkregen und deren Folgeerscheinungen. Diese reichten von umgestürzten Bäumen, überfluteten Kellern und Straßen, über zahlreiche Brände bis hin zu großflächigen Stromausfällen. Die Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur war im gesamten Kreisgebiet ausgefallen, sodass Notrufmeldestellen manuell errichtet werden mussten.
Eingeleitete Maßnahmen und Organisation
Die Feuerwehr Warendorf koordinierte gemeinsam mit THW und DRK die sofortigen Maßnahmen. Dabei lag ein besonderes Augenmerk auf der medizinischen Versorgung gefährdeter Bevölkerungsgruppen. In mehreren Pflegeeinrichtungen musste die Stromversorgung für Beatmungs- und Dialysepatienten sichergestellt werden. Hier kamen Notstromaggregate und mobile medizinische Betreuungseinheiten zum Einsatz. In mehreren Schulen im südlichen Stadtgebiet wurden Notunterkünfte eingerichtet, um evakuierte Bürgerinnen und Bürger unterzubringen und zu versorgen.
Zudem wurden zentrale und dezentrale Notrufmeldestellen aufgebaut, um auch ohne Mobilfunknetz Notrufe entgegennehmen und weiterleiten zu können. Feuerwehr, THW und DRK arbeiteten dabei Hand in Hand, unterstützt von der Führungsgruppe, die in einem mobilen Lagezentrum alle Maßnahmen koordinierte.
Hintergrund: Klimawandel und zunehmende Extremwetterereignisse
Die Notwendigkeit solcher Übungen ergibt sich aus der zunehmenden Bedrohungslage durch klimabedingte Extremwetterereignisse. Studien und Statistiken belegen, dass sich Starkregen, Orkanböen und Hitzewellen in den letzten Jahren nicht nur häufen, sondern auch intensiver ausfallen. So verursachten Starkregenfälle wie im Juli 2021 innerhalb von 24 Stunden mehr als 150 mm Niederschlag in Teilen von Nordrhein-Westfalen – eine Wassermenge, die üblicherweise in einem ganzen Sommer fällt. Das Hochwasser von 2021 hat gezeigt, wie verletzlich kritische Infrastrukturen sind.
Auch jüngere Ereignisse wie der Orkan „Viktor“ im Herbst 2023 verdeutlichen, dass Städte wie Warendorf vorbereitet sein müssen. Prognosen deuten darauf hin, dass Superzellen-Gewitter und andere extreme Wetterphänomene in Mitteleuropa in Häufigkeit und Stärke zunehmen werden.
Fazit der Übung
Die quartalsweise durchgeführten Übungen wie diese sind für die Einsatzkräfte der Stadt Warendorf unerlässlich. Die vorliegende Übung zeigte, dass die Kommunikation zwischen den Organisationen funktioniert, die technische Infrastruktur einsatzbereit ist und auch bei einem Ausfall kritischer Systeme wie Strom und Telefon eine Versorgung der Bevölkerung möglich bleibt. Notfallpläne wurden erfolgreich erprobt und kleinere Verbesserungspotenziale erkannt, die nun in die Praxis überführt werden.
Die Übung lieferte wichtige Erkenntnisse zur Stärkung der Resilienz in Katastrophenlagen und stärkt das Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit der Feuerwehr und Hilfsorganisationen.
Danksagung
Die Leitung der Feuerwehr Warendorf, vertreten durch Frank Sölken und Tobias Aundrup, bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Einsatzkräften, Organisationen und Unterstützern. Der Dank gilt auch den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Mitarbeitenden der Kreisverwaltung, die maßgeblich zur erfolgreichen Planung und Durchführung der Übung beigetragen haben.
Basierend auf den Erfahrungen des Hochwassers 2023 ist allen Beteiligten klar: Ein ähnliches oder sogar schwerwiegenderes Ereignis kann die Stadt jederzeit erneut treffen. Die Frage ist nicht ob – sondern wann.












