Am 16. Juli 2025 hat der Rat der Stadt Warendorf dem Ehrenamtskonzept für die Freiwillige Feuerwehr mehrheitlich zugestimmt – ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit eines der wichtigsten Pfeiler unserer Sicherheitsstruktur.
Warum ein Ehrenamtskonzept?
Die Anforderungen an die Feuerwehr haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert: Einsatzlagen werden komplexer, Einsätze dauern länger und die Belastung für die ehrenamtlichen Kräfte steigt. Gleichzeitig müssen Familien, Beruf und persönliche Verpflichtungen mit dem Einsatzdienst vereinbar bleiben – das ist nicht selbstverständlich, und es ist eine Aufgabe, der wir uns als Stadt aktiv stellen müssen.
Besonders der Kernstadtbereich ist gefordert: Seine Mitglieder bewältigen rund 60 Prozent des gesamten Einsatzgeschehens. Um diese stark beanspruchten Kräfte zu entlasten und die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern, braucht die Feuerwehr Warendorf mehr Personal – und bessere Rahmenbedingungen, um neue Kameradinnen und Kameraden zu gewinnen und bestehende zu halten.
Seit Mitte des vergangenen Jahres wurde intensiv an einem Konzept gearbeitet, das genau hier ansetzt.
Das zentrale Ziel: Einsatzdienst weiterhin rein ehrenamtlich
Ein Kernanliegen der Stadt Warendorf, der Verwaltungsleitung und der Leitung der Feuerwehr ist es, den Brandschutz und den Einsatzdienst auch in Zukunft vollständig ehrenamtlich zu sichern. Das ist anspruchsvoll – und genau deshalb braucht es ein durchdachtes Konzept, das die richtigen Weichen stellt.
Die Maßnahmen im Überblick
Das Ehrenamtskonzept bündelt konkrete Maßnahmen, die das Ehrenamt in der Feuerwehr attraktiver, sichtbarer und verlässlicher machen sollen:
- Mitgliedergewinnung stärken – durch gezielte Ansprache, Öffentlichkeitsarbeit und niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten
- Aktive Kräfte entlasten – insbesondere im Kernstadtbereich, wo die Einsatzbelastung am höchsten ist
- Vereinbarkeit verbessern – Feuerwehrdienst, Familie und Beruf sollen besser in Einklang gebracht werden
- Ehrenamt sichtbar machen – die gesellschaftliche Bedeutung der Feuerwehr soll stärker in die Öffentlichkeit getragen werden
- Wertschätzung zeigen – bestehende Kameradinnen und Kameraden sollen durch konkrete Angebote und sichtbare Anerkennung gestärkt werden
- Nachhaltige Personalentwicklung – damit die Feuerwehr auch künftigen Herausforderungen gewachsen ist
Finanzierung aus dem bestehenden Budget
Für die Umsetzung sind 30.000 Euro vorgesehen – kein zusätzlicher Haushaltsansatz, sondern eine gezielte Umschichtung innerhalb des bestehenden Budgets des Amtes 37 (Brandschutz und Rettungsdienst). Die Mittel kommen damit direkt denjenigen zugute, die täglich ihren Dienst leisten.
Lebhafte Diskussion im Rat
Der Beschluss war das Ergebnis einer lebhaften Ratsdiskussion. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, ob das THW und andere Hilfsorganisationen gleichermaßen im Konzept berücksichtigt werden müssten. Dazu war es wichtig, die Zuständigkeiten klar einzuordnen: Das Technische Hilfswerk (THW) ist eine Bundesanstalt – die Zuständigkeit liegt beim Bund. Die übrigen Hilfsorganisationen stehen in der Trägerschaft des Kreises. Das Ehrenamtskonzept der Stadt Warendorf bezieht sich entsprechend auf den eigenen Zuständigkeitsbereich – die Freiwillige Feuerwehr.
Ein starkes Signal für das Ehrenamt
Mit diesem Beschluss macht die Stadt Warendorf deutlich: Die Freiwillige Feuerwehr ist unverzichtbar – und wir stehen zu unserer Verantwortung, ihr das Umfeld zu geben, das sie braucht.
Das Ehrenamtskonzept ist eine Investition in die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger. Es stärkt Menschen, die Tag und Nacht bereitstehen, um anderen zu helfen – freiwillig, verantwortungsbewusst und mit großem persönlichem Einsatz.
