Neues Konzept soll Zukunft der Feuerwehr Warendorf sichern

Neues Konzept soll Zukunft der Feuerwehr Warendorf sichern

Die Stadt Warendorf setzt bei der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin bewusst auf das Ehrenamt – und will dieses nun mit einem neuen Konzept langfristig absichern. Die Stadt hat dazu mit der Leitung der Feuerwehr das „Konzept zur Förderung des Ehrenamts und einer nachhaltigen Personalentwicklung bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warendorf“ entwickelt, das am 30. Juni im Sport-, Vereinswesen-, Ehrenamts- und Bürgerbeteiligungsausschuss erneut Thema ist.

Einsätze werden komplexer

Hintergrund ist eine besondere Ausgangslage: Warendorf zählt zu den wenigen Kommunen vergleichbarer Größe, die keine hauptamtliche Feuerwache unterhalten. Stattdessen trägt die Freiwillige Feuerwehr mit ihrem ehrenamtlichen Engagement maßgeblich die Gefahrenabwehr in der Stadt, heißt es in einer Vorlage für den Ausschuss. Aus Sicht der Verwaltung ist ihre Leistungsfähigkeit deshalb nicht nur eine organisatorische Frage, sondern „ein strategisch wichtiges Ziel für die Stadtentwicklung“.

Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen. Einsatzlagen werden komplexer, Anforderungen an Ausbildung und Verfügbarkeit steigen. Zudem wird es auch in Warendorf schwieriger, Menschen langfristig für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen. Diese Entwicklung macht auch vor der Feuerwehr nicht Halt.

Das neue Konzept soll deshalb das Ehrenamt gezielt stützen und die Attraktivität des Dienstes auf Dauer sichern. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die sowohl die Einsatzbereitschaft als auch die personelle Entwicklung fördern sollen. Dabei spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Genannt werden unter anderem eine stärkere persönliche Förderung der Feuerwehrangehörigen sowie eine intensivere Unterstützung der Jugend- und Kinderfeuerwehr. Darüber hinaus setzt das Konzept auf mehr Beteiligung der Feuerwehrangehörigen und auf eine regelmäßige Überprüfung, ob die eingeleiteten Schritte die gewünschte Wirkung entfalten.

So sieht finanzielle Entschädigung aus

Perspektivisch soll auch die finanzielle Anerkennung für besondere Verantwortung überprüft werden. So ist vorgesehen, die Aufwandsentschädigungen für Funktionsträgerinnen und Funktionsträger an das Niveau vergleichbarer Kommunen anzugleichen und schrittweise zu erhöhen. Für das Jahr 2026 empfiehlt die Verwaltung dafür ein gedeckeltes Budget von 30.000 Euro. Die Mittel dafür sind im Haushalt bereits vorgesehen, um handlungsfähig zu sein – stehen aber ausdrücklich unter dem Vorbehalt eines gesonderten positiven politischen Beschlusses.

Die von der Stadt Warendorf geleisteten Aufwandsentschädigungen für Funktionsträger bei der Freiwilligen Feuerwehr belaufen sich auf insgesamt etwa 73.000 Euro jährlich – im Vergleich zu anderen Kommunen liegt das im unteren Mittelfeld, weshalb Anpassungen zielführend sein könnten, schreibt die Stadt in der Beschlussvorlage für den Sport-, Vereinswesen-, Ehrenamts- und Bürgerbeteiligungsausschuss. Hinzu kommen weitere Förderungen zur Stärkung der Feuerwehrgemeinschaft. So zahlt die Stadt für jedes Mitglied einen jährlichen Pauschalbetrag von 25,55 Euro. Seit Ende 2024 werden alle Mitglieder berücksichtigt, sodass seit 2025 Kosten von etwa 15.000 Euro jährlich (vormals 8.500 Euro jährlich) anfallen. Außerdem gezahlt werden seit 2024 jährlich 10.000 Euro für ein Catering bei der Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes als Zeichen der Wertschätzung. Rund 1500 Euro pro Jahr gibt es für Dienstsport (Schwimmbadbesuche) und einzelne Aktionen für die Kinderfeuerwehr.

Auch nicht-materielle Anreize schaffen

Das neue Konzept sieht vor, die finanziellen Anreize zu erhöhen, aber auch die nicht-materiellen wie zum Beispiel Maßnahmen zur Förderung der Wertschätzung auch der Familienmitglieder wie zum Beispiel eine privilegierte Berücksichtigung bei der städtischen Grundstücksvergabe, mehr Fortbildungen oder Besuche bei Arbeitgebern der Einsatzkräfte, die den Feuerwehreinsatz tolerieren.

Nach einer ersten Kalkulation der Stadt Warendorf könnte für die Aufwandsentschädigungen ab 2028 ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf für Funktionsträger in Höhe von rund 60.000 Euro (bisher 73.000 Euro) anfallen – das wären dann insgesamt bis zu 130.000 Euro pro Jahr. Für zusätzliche Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamts werden den Berechnungen zufolge ab 2028 jährlich rund 70.000 Euro mehr gerechnet – aktuell belaufen diese sich für Fördermaßnahmen auf etwa 27.500 Euro. Wegen der angespannten Haushaltslage soll das Budget für neue Maßnahmen zunächst gedeckelt bleiben.

Haushaltlage im Blick

Für 2026 sind 30.000 Euro zur Förderung des Ehrenamts im Haushalt eingeplant. Dieses Geld kommt nicht zusätzlich, sondern wurde durch Kürzungen in anderen Bereichen ermöglicht.

Schon 2026 soll überprüft werden, ob die Mittel sinnvoll und wirksam für die Feuerwehr eingesetzt werden. Sofern die Evaluation einen Mehrbedarf für die 2027 und 2028 begründet darlegt, bekennt sich die Verwaltung dazu, eine Erhöhung des Maßnahmenbudgets in der Haushaltsplanung zu berücksichtigen. Voraussetzung bleibt aber die finanzielle Lage der Stadt.

Quelle: Die Glocke

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