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Brandschutztraining am Puppenhaus

Es ist mitten in der Nacht, alle Bewohner liegen in ihren Betten und schlafen. So bemerkt niemand, wie das Feuer ausbricht, größer wird und der entstehende Rauch in die Schlafzimmer zieht. Binnen kurzer Zeit ist das gesamte Zimmer voller Qualm, und die Bewohner haben keine Chance mehr. Mit großen Augen verfolgen 30 kleine Hoetmarer das gefährliche Szenario.

Glücklicherweise brennt es nicht wirklich, und der Qualm verbreitet sich nur in einem Puppenhaus. Doch die Gefahren sind echt, betont Feuerwehrmann Carsten Recker. „Wenn ihr nachts schlaft, riecht ihr nichts, auch keinen Rauch“, erklärt Recker den Mitgliedern der Kinderfeuerwehr. Wie man dafür sorgen könne, dass die Bewohner auch im Schlaf den Brand bemerken, will er wissen, und sofort melden sich zahlreiche Kinder, die die Lösung kennen: „Sie brauchen einen Rauchmelder“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

 

Anhand eines Brands im Puppenhaus erläuterte Feuerwehrmann

Carsten Recker die Bedeutung von Brandmeldern

 

Die ersten Lektionen in Sachen Brandschutz haben die Nachwuchs-Feuerwehrleute schon gelernt. Auch dass sie den Raum sofort verlassen, die Tür hinter sich schließen und die Feuerwehr rufen sollen, wenn der Feuermelder Alarm geschlagen hat, wissen sie. „Auf keinen Fall versucht ihr, selbst zu löschen. Das ist unser Job und irgendwann dann auch eurer“, mahnt Carsten Recker mit einem Schmunzeln. Denn bis die Sechs- bis Zwölfjährigen selbst zum ersten Einsatz gerufen werden, wird es noch einige Jahre dauern. Bis dahin geht es für sie darum, spielerisch die Grundlagen der Feuerwehrarbeit zu erlernen.

Dazu hatten die Leiter der Kinderfeuerwehr jetzt verschiedene praktische und theoretische Aufgaben zusammengestellt, die für die Brandschutzerziehung wichtig sind. Neben der Bedeutung des Rauchmelders im Brandhaus führte Carsten Recker den Kindern auch vor, wie leicht verschiedene Materialien Feuer fangen. Selbst Spaghetti können in Flammen aufgehen – sehr zum Erstaunen der Kinder. Anschließend ging es auf den Hof des Hoetmarer Feuerwehrgerätehauses, wo der Nachwuchs zwei spannende Experimente verfolgen konnte. So wurde ihnen vorgeführt, wie leicht ein Weihnachtsbaum in Flammen aufgehen kann. Die brennenden Überreste durften sie dann mit Hilfe ihrer erwachsenen Kollegen löschen. Noch spektakulärer war aber die Vorführung einer Fettexplosion, wenn brennendes Fett in Kontakt mit ein wenig Wasser kommt. Die meterhohe Stichflamme und die große Hitze beeindruckten die Mädchen und Jungen mächtig.

Regelmäßig zusammen üben, die Feuerwehr kennenlernen, aber auch andere Dinge unternehmen, das steht für die 32 Mitglieder der Kinderfeuerwehr Hoetmar schon seit dem 15. November auf dem Terminplan. An diesem Tag rief der Löschzug Hoetmar als erster im Kreis die Nachwuchswehr für Sechs- bis Zwölfjährige ins Leben und erhielt dafür viel Lob.

Unter der Leitung von Kathi Schneyer, Josef Recker, Anika Recker und Marina Austerhoff treffen sich die Kinder seitdem alle zwei Wochen. „Wir basteln, erkunden die Fahrzeuge und haben zu Weihnachten auch gebacken“, berichtet Anika Recker. Im neuen Jahr gehe es jetzt mit der Brandschutzerziehung weiter, so Recker. Dabei sei auch ein Besuch der Feuerwehrleitstelle geplant.

Besonders von der großen Resonanz ist Recker begeistert. „Ich persönlich habe so mit 20 Interessierten gerechnet, aber nicht mit mehr als 30 Kindern“, freut sie sich. Die ersten drei Zwölfjährigen gehen bereits parallel zur Jugendfeuerwehr in Freckenhorst und kommen ihrem ersten Einsatz damit einen Schritt näher.

 

Mehr als 30 Mädchen und Jungen gehören der Hoetmarer Kinderfeuerwehr an.

Alle zwei Wochen treffen sie sich, um unter Anleitung die Feuerwehrarbeit kennenzulernen und zu üben

Quelle: Die Glocke

Montag, 21. Mai 2018

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