Feuerwehr Warendorf in 1:87

Wenn Lukas Tünte und Nico Filipovic an die Vorarbeit zurückdenken, die sie für ihr Vorhaben geleistet haben, müssen die beiden Warendorfer schmunzeln: Mit Maßband und Zollstock bewaffnet haben sie Anfang 2016 die Feuer- und Rettungswache in Warendorf genau vermessen.

Ihr Erstlingswerk ist der Nachbau der Feuer- und Rettungswache ihrer Heimatstadt Warendorf.

Lukas Tünte (l.) und Niko Filipovic (r.) haben nicht nur Gebäude sondern auch Fahrzeuge gebaut.

Ihr simples und doch ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahresende – genauer noch bis zur Weihnachtsfeier der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr – wollten sie den Gebäudekomplex mitsamt Außenbereich nachbauen. Originalgetreu, im Maßstab 1:87. „Wir hatten nur einen Grundriss-Plan“, sagt Nico Filipovic (18). „Der war schon älter und enthielt keine Angaben zu Gebäudehöhen.“ Doch nicht nur Gerätehaus und Verwaltungstrakt sollten entstehen, die entsprechenden Feuerwehr-Fahrzeuge sollten den Nachbau komplettieren. „Ich hatte vorher schon einige Fahrzeuge gebaut“, ergänzt Lukas Tünte (17). Diese auf dem Gelände des Miniaturmodells zu platzieren sei ein weiterer Grund gewesen, die Wache nachzubauen. Einige Modelle konnte man serienmäßig bei Händlern ordern, andere haben die beiden in ihrer Freizeit – parallel zu Schule und später Ausbildung – nach und nach zusammengesetzt. Mittlerweile umfasst der Fuhrpark elf  Fahrzeuge. Auch die vier vom Standort Nord haben Tünte und Filipovic erstellt.

Zurück zum Jahr 2016: Nachdem sie alle Werte für Gebäude und Außenbereich der Wache zusammen hatten, legten die Freunde, die sich seit der Grundschule kennen, los. Sie zeichneten die Abmaße auf ein Holzbrett, schnitten Sperrholz für die Gebäudeteile zu, malten und klebten, wann immer ihre Zeit es zuließ. Bis ins kleinste Detail bildeten sie Wände, Dächer und den Außenbereich nach. „Wir haben sogar einige Maulwurfshügel auf der Wiese platziert. So sieht es noch echter aus“, sagt Tünte und schmunzelt. Stoffstücke wurden zu Gardinen umfunktioniert, Fensterscheiben mit Frischhaltefolie nachempfunden. Hinter manchen brachten sie Fotos an, beispielsweise vom Schulungsraum in der ersten Etage: „So sieht es so aus, als wenn man in das Gebäude hineinschauen kann“, sagt der Oberstufenschüler Filipovic. Zudem verlegten sie Kabel und brachten Lampen im Inneren der Gebäude an – bei Dunkelheit kann so beispielsweise die Fahrzeughalle beleuchtet werden.

In direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr liegt das Gebäude des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Michael Meiertoberend ist dort Rettungssanitäter. Er baut DRK-Fahrzeuge nach. Sein Fuhrpark vervollständigt das Modell, das in der Wache ausgestellt ist.

Bis zu vier Händler pro Fahrzeug

Im Maßstab 1:87 - das bedeutet, dass ein Fahrzeug mit 3,30 Metern Höhe als Modell gerade einmal 3,8 Zentimeter hoch ist. Da sind eine ruhige Hand und Maßarbeit gefragt. „Als Modellbauer sollte man Geduld mitbringen“, sagt Nico Filipovic. Die Arbeitsstunden zu beziffern, wie lange sie an einem Feuerwehr-Fahrzeug bauen, sei schwierig. „Nur wenige Fahrzeuge, die in Warendorf genutzt werden, kann man als Original nachkaufen“, erklärt Lukas Tünte. „Manchmal muss man aus drei Modellen eines machen.“ Die benötigten Teile werden abmontiert, der Rest wird gesammelt - vielleicht kann man etwa

Im Maßstab 1:87 – das bedeutet, dass ein Fahrzeug mit 3,30 Metern Höhe als Modell gerade einmal 3,8 Zentimeter hoch ist. Da sind eine ruhige Hand und Maßarbeit gefragt. „Als Modellbauer sollte man Geduld mitbringen“, sagt Nico Filipovic. Die Arbeitsstunden zu beziffern, wie lange sie an einem Feuerwehr-Fahrzeug bauen, sei schwierig.

„Nur wenige Fahrzeuge, die in Warendorf genutzt werden, kann man als Original nachkaufen“, erklärt Lukas Tünte. „Manchmal muss man aus drei Modellen eines machen.“ Die benötigten Teile werden abmontiert, der Rest wird gesammelt – vielleicht kann man etwas davon für ein späteres Modell nutzen. Oder man muss mehrere Händler für die Teile eines Fahrzeugs kontaktieren. Tünte erklärt anhand des Gerätewagens Logistik 2 (GW-L 2) der Marke Mercedes-Benz (kleines Bild), wie das ablief: „Bei einem Händler haben wir Fahrgestell und Kabine bestellt, ein weiterer lieferte den Aufbau, ein dritter fertigte die Stoßstange mittels 3D-Druck. Ein vierter Händler hat für uns die Aufkleber erstellt.“ Denn bei genauem Blick erkennt man, dass auf dem Fahrzeug das Warendorfer Stadtwappen angebracht ist. Und auch die Nummernschilder beginnen mit „WAF“. „Das sind die gleichen wie am Original“, stellt Filipovic heraus.

Sind schließlich alle Teil-Lieferungen bei den Warendorfern eingetroffen, geht die eigentliche Arbeit erst los: Dann müssen beispielsweise die weißen Rohteile angeschliffen und zunächst grundiert werden, um sie danach im typischen Feuerwehr-Rot zu lackieren. Die Aufkleber, das Blaulicht und weitere Teile werden angebracht. Manche muss man kleben, andere stecken. Ist das Fahrzeug komplett, wird es mit Klarlack versiegelt.

Nächstes Vorhaben: Löschzug Einen

Pinzette, Cuttermesser, Schere, Modellbau-Skalpell, Kleber, Airbrush-Pistole zum Lackieren ... - die Liste der Werkzeuge, die Lukas Tünte und Nico Filipovic benötigen, ist lang. „Zum Andrücken von Details nehmen wir Zahnstocher“, erklärt der Zimmermann-Lehrling Tünte. Lange geruht haben die Arbeitsutensilien, die auf dem Dachboden der Familie Tünte lagern, nicht. Seit Mai 2017 arbeiten die Feuerwehrkameraden am nächsten Modell: „Der Löschzugführer aus Einen hatte die Idee, den dortigen Gebäudekomplex nachzubauen“, berichtet Filipovic. Gesagt, getan. „Abgesehen vom Außenbereich konnt

Pinzette, Cuttermesser, Schere, Modellbau-Skalpell, Kleber, Airbrush-Pistole zum Lackieren ... – die Liste der Werkzeuge, die Lukas Tünte und Nico Filipovic benötigen, ist lang. „Zum Andrücken von Details nehmen wir Zahnstocher“, erklärt der Zimmermann-Lehrling Tünte.

Lange geruht haben die Arbeitsutensilien, die auf dem Dachboden der Familie Tünte lagern, nicht. Seit Mai 2017 arbeiten die Feuerwehrkameraden am nächsten Modell: „Der Löschzugführer aus Einen hatte die Idee, den dortigen Gebäudekomplex nachzubauen“, berichtet Filipovic. Gesagt, getan. „Abgesehen vom Außenbereich konnten wir einem Bauplan alle Daten entnehmen“, ergänzt Tünte. Die Wände stehen bereits. Außer Sperrholz für den Sozialtrakt nutzen sie dieses Mal Kunststoffstreben und -platten für die Fahrzeughalle. „Wir wollten etwas Neues ausprobieren“, sagt Tünte. Wenn es mal hakt, holen sich die Freunde Tipps von befreundeten Modellbauern. Ist der Nachbau fertig, finden darin die entsprechenden Fahrzeuge Platz.

3 Fragen an ...

... Michael Meiertoberend (36), Rettungssanitäter des DRK Warendorf und Modellbauer aus Ennigerloh-Westkirchen.

„Die Glocke“ : Sie bauen und sammeln die Fahrzeuge des DRK Warendorf nach. Was ist der Reiz daran?

Meiertoberend: Seit meiner Jugend sammle ich Fahrzeuge. Seit acht Jahren baue ich die Modelle nach. Je feiner und detailgetreuer sie sind, umso besser. Dann packt mich der Ehrgeiz.

„Die Glocke“: Was sind mögliche Schwierigkeiten?

Meiertoberend: Muss man ein Modell auseinander bauen, das geklebt ist, muss man besonders vorsichtig sein, dass es nicht zerbricht. Sind die Teile dagegen gesteckt, geht das meist einfacher. Zudem sollte man Grundierung und Lack aufeinander abstimmen, ansonsten könnte es passieren, dass sie miteinader reagieren. Mir ist es auch wichtig, dass die Fahrzeuge den gleichen Farbton haben – nämlich Tagesleuchtrot.

„Die Glocke“:Wie werden die Aufkleber erstellt?

Meiertoberend: Ich arbeite seit einigen Jahren mit einer Grafikerin zusammen. Sie fertigt die Aufkleber nach meinen Wünschen an. Ich schicke ihr Fotos von allen Seiten des Fahrzeugs, anhand derer sie die Entwürfe macht. Diese gleiche ich nochmals ab und dann werden die Aufkleber erstellt. Das alles erfordert viel Genauigkeit.

Michael Meier-Toberend sammlt DRK-Fahrzeuge

Quelle: Die Glocke

Dienstag, 19. Juni 2018

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