Ein Jahr Kinderfeuerwehr - Nachwuchs fühlt sich im Gerätehaus wie zu Hause

„Na, steht die Kerze sicher?“ Ein skeptischer Blick, dann schüttelt Sam den Kopf. „Die ist unten viel zu dünn“, sagt er. „Stimmt“, bestätigt Josef Recker und stellt eine dicke, rote Kerze auf den Tisch in der Fahrzeughalle des Hoetmarer Feuerwehrgerätehauses. „Die hier steht besser.“


Passend zur beginnenden Adventszeit, in der in vielen Häusern Kerzen eine heimelige Stimmung verbreiten, haben die Betreuer der Hoetmarer Kinderfeuerwehr den Dienstnachmittag für die sechs- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen unter das Motto „Sicherheit beim Umgang mit Kerze und Adventskranz“ gestellt. Dabei zeigt Josef Recker nicht nur, welche Kerzen die nötige Standfestigkeit haben, sondern auch, wie man am besten ein Streichholz hält, ohne sich sofort die Finger zu verbrennen. Und natürlich dürfen die Kinder auch selbst aktiv werden und mit Streichhölzern verschiedene Kerzen anzünden. Becher mit Wasser stehen für den Notfall bereit.

 

Wie hält man am besten ein Streichholz? Gespannt schaute der Feuerwehr-Nachwuchs

Josef Recker zu und testete die neuen Kenntnisse gleich selbst an bereitstehenden Kerzen.


„Ein Teil des Dienstnachmittags ist immer für die Brandschutzerziehung reserviert“, erklärt Josef Recker, der die Gruppe gemeinsam mit Marina Austerhoff, Kathi Schneyer und Anika Recker alle 14 Tage dienstags betreut.

 

Die Plätzchen für die Weihnachtsfeier bereiteten

die Kinder unter Anleitung von Anika Recker vor.
 

Aber auch andere Aktivitäten wie Spielen und Basteln kommen nicht zu kurz. An diesem Nachmittag werden Plätzchen für die Weihnachtsfeier gebacken. Eifrig stechen die Kinder Sterne, Glocken und Weihnachtsbäume aus dem Teig aus und verzieren sie mit bunten Streuseln, ehe die Plätzchen in den Ofen wandern. Schon bald zieht verheißungsvoller Duft durch das Gerätehaus, in dem sich die Nachwuchs-Feuerwehrleute wie zu Hause fühlen.
Das sollen sie auch, denn die Kinderfeuerwehr ist seit einem Jahr fester Bestandteil des Löschzugs Hoetmar. „Bei uns spielen auch Teamgeist und Kameradschaft eine große Rolle“, betont Josef Recker. Darum basteln die Mädchen und Jungen an diesem Nachmittag auch kleine Überraschungen, die die älteren Kameraden bei der Jahreshauptversammlung bekommen sollen. „Im vorigen Jahr haben wir Schutzengel gebastelt. Die hängen jetzt noch an so mancher Spindtür“, freut sich Marina Austerhoff.

 

Beim Basteln stand Betreuerin Marina Austerhoff

den Mädchen und Jungen mit Rat und Tat zur Seite.
 
 
Interview mit Josef Recker, ehemaliger Stadtbrandmeister und einer der Gruppenleiter der Hoetmarer Kinderfeuerwehr

„Die Glocke“: Seit einem Jahr besteht die Kinderfeuerwehr Hoetmar. Wie ist das Angebot angenommen worden?

Recker: Das Interesse bei den Kindern war und ist riesengroß. Schon zum ersten Schnuppernachmittag im Feuerwehrgerätehaus sind mehr als 30 Mädchen und Jungen gekommen. Aktuell sind 33 Kinder – 13 Mädchen und 20 Jungen – mit viel Freude bei der Sache. Ein deutliches Zeichen dafür ist die Dienstbeteiligung, die bei 89 Prozent liegt. Und auch die Eltern und die anderen Kameraden des Löschzugs Hoetmar unterstützen uns Betreuer bei Bedarf bei unseren Aktivitäten.
 
„Die Glocke“: Wie laufen die Gruppendienste der Kinderfeuerwehr ab?

Recker: Die Kinder sollen auf spielerische Art und Weise angeleitet werden, Gefahren zu erkennen und sich dagegen zu schützen. Neben der Brandschutzerziehung, Gerätekunde und Erster Hilfe haben aber auch Spielen, Basteln, Malen und Backen einen hohen Stellenwert. Wir versuchen, da immer eine gute Mischung zu finden.

„Die Glocke“: Und wie geht es nach der Kinderfeuerwehr weiter?

Recker: Natürlich soll der Dienst in der Kinderfeuerwehr die Mädchen und Jungen auch auf die Jugendfeuerwehr vorbereiten. Drei Jungs im Alter von zwölf Jahren sind schon in die entsprechende Gruppe in Freckenhorst gewechselt.
 
Quelle: Die Glocke
Dienstag, 12. Dezember 2017

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