Jahreshauptversammlung 2016 der Feuerwehr Warendorf

Feuerwehr setzt auf den Nachwuchs

Die Freiwillige Feuerwehr Warendorf sieht sich dank Pilot-Projekten wie Kinderfeuerwehr und Brandschutzinformationen für Senioren durch die Ehrenabteilung auf einem zukunftssicheren Weg. Gleichwohl schwang bei der Jahreshauptversammlung neben dem Stolz auf das Geleistete bei den Rednern auch eine gewisse Unsicherheit mit. Auch die Feuerwehren müssten sich auf Zeiten des schnellen Wandels einstellen, um bestmöglichst die zukünftigen Aufgaben leisten zu können.


„Trotz aller Hightech-Strategien seid ihr die unersetzliche Schlüssel-Ressource für unsere Einsätze. In der digitalen Zukunft wird es unerlässlich sein, dass wir den helfenden Menschen nicht aus den Augen verlieren“, schilderte Christof Amsbeck als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr die neuen Herausforderungen. Es gelte trotz aller technischen Fortschritte das Vertrauen, die Wertschätzung und die Achtung untereinander zu erhalten.

Rückblickend zeigte er sich zufrieden: „Die Schutzziele sind bei den Einsätzen im vergangenen Jahr voll erreicht worden.“ Er dankte „seinen“ 483 Feuerwehrmännern und -frauen für ihren vorbildlichen Einsatz.

Bürgermeister Axel Linke zollte den Feuerwehrleuten seinen Respekt: „Sie leisten einen unschätzbaren Dienst, weil Sie das Höchste verteidigen, das wir haben: Unser Hab und Gut, unser Leib und Leben!“ Deshalb fühle die Stadtverwaltung sich auch in der Pflicht, der Feuerwehr die bestmögliche Ausrüstung zu stellen. Zudem gelte es, das große Ganze im Blick zu haben: „Helfen Sie mit, dass der große Wurf gelingt und für die DRK-Rettungswache, die Feuerwehr und den interkommunalen Baubetriebshof auf dem Gelände Am Holzbach verbesserte Bedingungen geschaffen werden können“, appellierte er an die Feuerwehrleute und die anwesenden Lokalpolitiker. „Von der Brandschutzerziehung für die Kleinsten bis hin zur Menschenrettung können sich die Bürger der Stadt auf Sie verlassen. Nehmen Sie dafür meinen ganz persönlichen Dank.“

 

Insgesamt 41 Beförderungen wurden ausgesprochen: (v. l.) Stadtwehrführer Christof Amsbeck gratulierte

Norbert Wesseler zum Brandinspektor, Thomas Steinhoff zum Brandoberinspektor Christian Schmidt ebenfalls zum Brandinspektor.

 

Trotz der aufmerksam verfolgten Reden der Honoratioren standen zwei Feuerwehrmänner, die unterschiedlicher nicht sein könnten, im Mittelpunkt des Abends: Mit anhaltendem Applaus quittierten die Kameraden den abwechslungsreichen und souverän vorgetragenen Bericht von Lorenz Wiedeler, des erst zwölfjährigen Sprechers der Jugendfeuerwehr, und mit stehenden Ovationen die Ehrung von Willi Borgmann für seine 75-jährige Treue zur Wehr.

 

 Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr hängt davon ab, ob junge Leute fürs Ehrenamt gewonnen werden können.

Das weiß auch der Leiter der ehrenamtlichen Wehr auf Stadtebene, Christof Amsbeck – hier mit dem Sprecher der Jugendfeuerwehr Lorenz Wiedeler (12).

 

Für 185 Jahre Feuerwehrdienst stehen (v.l.) Ferdinand Lackhove, Willi Borgmann und

Willi Reckhorn. Auch Kreisbrandmeister Heinrich Otte dankte ihnen.


8647,5 Stunden bei 357 Einsätzen

Die Freiwillige Feuerwehr Warendorf wurde 2016 zu 357 Einsätzen gerufen. Dabei wurden insgesamt 8647,5 Einsatzstunden geleistet. Am häufigsten musste die Feuerwehr mit 44 Einsätzen im Juni, mit jeweils 25 Einsätzen am wenigsten in den Herbstmonaten September bis November ausrücken. Die meisten Brandobjekte waren Wohngebäude (15), gefolgt von Fahrzeugen, landwirtschaftlichen Anwesen und freier Landschaft (je 6) und Betreuungseinrichtungen (3). Sonstige Brandobjekte: 28.

Diese 64 Brände unterteilten sich in 55 Klein-, drei Mittel- und sechs Großbrände. Brandursachen waren hierbei vorsätzliche und fahrlässige Brandstiftung (je 9), Elektrizität (4) und ein technischer Defekt. Ungeklärt bleib die Ursache bei 36 Bränden.

Außerdem musste die Feuerwehr zu 200 technischen Hilfeleistungen ausrücken: 57 Ölspuren, 54 Verkehrsunfälle, 36 Menschen in Notlagen, 29 sonstige technische Hilfeleistungen, 16 Wasserschäden, drei Tiere in Notlagen, zwei Ölunfälle, zwei Gefahrguteinsätze und ein Gasaustritt. Es wurden elf Personen gerettet, 47 Verletzte und fünf Tote geborgen. Die durchschnittlichen Ausrückzeiten (Zeit zwischen Alarmierung und dem Ausrücken) betrugen 4,3 Minuten, die durchschnittlichen Alarmzeiten (Alarmierung bis Eintreffen am Einsatzort) 8,1 Minuten.

28 Feuerwehrleute wurden von Bürgermeister Axel Linke und Wehrführer Christof Amsbeck für Verdienste geehrt: Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber wurde für 25-jährige Mitgliedschaft verliehen an: Markus Beerenbrink (Freckenhorst) sowie Andre Jost Dahlhoff und Dieter Terörde, (beide Milte). „Gold“ für 35-jährige Mitgliedschaft gab es für Klaus Dunker, Burkhard Tovar (beide Warendorf), Norbert Wesseler (Freckenhorst), Martin Borgmann und Bernhard Vechtel, (beide Milte) sowie Andreas Decker (Einen). Das Sonderehrenabzeichen in Bronze wurde für zehnjährige Mitgliedschaft verliehen an Mathias Artmann, Julia Ehl (beide Warendorf), Andre Knubel, Christoph Kortenjann (beide Hoetmar), Chris Düsterhues, Ralf Schwienhorst (beide Milte) sowie Thomas Richter und Uwe Suermann (beide Einen), in Silber für 40-jährige Mitgliedschaft an Hubert Schulte (Warendorf), Hans-Werner Cybulski, Martin Weiser (beide Freckenhorst) sowie Heinz Leve (Vohren), in Gold für 50-jährige Mitgliedschaft an Theodor Hanhoff (Freckenhorst), Wilhelm Frielinghaus (Milte), Ferdinand Lackhove (Vohren), für 60-jährige Mitgliedschaft an Bernhard Tünte (Freckenhorst), Erich Wiesmann (Hoetmar) und Willi Reckhorn (Milte). sowie für 75-jährige Mitgliedschaft an Willi Borgmann (Milte).
 
Feuerwehr-Jubilare: (v. l.) Andre Jost Dahlhoff, Dieter Terörde, Bürgermeister Axel Linke, Martin Borgmann,
Markus Beerenbrink,Norbert Wesseler, Andreas Decker und Burkhard Tovar. 
 

Drei Fragen an Josef Recker, Ehren-Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr und Initiator der Kinderfeuerwehr Hoetmar, die als eine der ersten Kinderfeuerwehren in NRW zu einem Leuchtturmprojekt im Land wurde:

„Die Glocke“: Was hat Sie als „alten Hasen“ des Feuerwehrwesens“ veranlasst, die Kinderfeuerwehr zu gründen?

Josef Recker: Zunächst einmal die Gesetzesänderung, dass schon Sechsjährige in die Feuerwehr eintreten können. Zudem die Gewissheit, dass Zug- und Wehrführung geschlossen hinter dem Ansinnen stehen. Und schließlich die Einsicht, dass bereits Zwölfjährige den Terminkalender voll haben, und es so schwierig ist, sie für die Feuerwehr zu gewinnen.

„Die Glocke“: Wie läuft es mit dem Projekt?

Recker: Stante pede sind am 15. November vorigen Jahres 32 Kinder in die Feuerwehr eingetreten. Alle wurden bereits ausgerüstet und sind mit großer Begeisterung dabei. Inzwischen konnten wir drei Zwölfjährige mit einem Grundwissen in die Jugendfeuerwehr übergeben. Genau das ist unser Ziel.

„Die Glocke“: Was denken und fühlen Sie, wenn Sie die begeisterten Kinder sehen?

Recker: Man muss das große Ganze sehen. Wir brauchen die jungen Menschen. Ich kann etwas von dem zurückgeben, was mir die Feuerwehr gegeben hat. Mit der Kinderfeuerwehr und der Brandschutzinformationen für Senioren durch die Ehrenabteilung sind wir die kompletteste Feuerwehr im Münsterland. Das macht stolz, zufrieden und dankbar – und es bringt auch ein Glücksgefühl mit sich.

Ehrenwehrführer Josef Recker

Quelle: Die Glocke

Link zum Bericht der Westfälischen Nachrichten

Mittwoch, 18. Oktober 2017

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