Feuer und Flamme für die Wehr - Erste Kinderfeuerwehr im Kreis

Josef Recker grinst. Aber er kann diese Leidenschaft nachvollziehen: „Wir streicheln den auch jeden Tag“, erzählt der frühere, langjährige Wehrführer der Stadt Warendorf und blickt auf den 50 Jahre alten Schlauchwagen.

Seit November betreut Recker mit drei Kolleginnen die neue Kinderfeuerwehr in Hoetmar – bislang die einzige dieser Art im Kreis Warendorf. Sie ist die Vorstufe zur Jugendfeuerwehr. Bei der Gründung im November waren gleich 31 Kinder am Start. Sie alle sind zwischen sechs und zwölf Jahren. Am aktiven Dienst nehmen die Kinder natürlich noch nicht teil. Stattdessen werden Themen wie Brandschutz- und Verkehrserziehung, Umweltschutz, Erste Hilfe, Sport oder das richtige Verhalten bei Gefahren im Alltag besprochen.

 

 

„Wir zeigen den Kindern beispielsweise, wie man eine Leiter richtig aufstellt oder wie sie selbst eine Notfallmeldung absetzen können.“ Starke Unterstützung bekommt Recker dabei von Marina Austerhoff, Kathi Schneyer und Anika Recker. In der letzten Gruppenstunde vor Weihnachten üben die Kinder auch, wie man richtig aus dem Fahrzeug aussteigt: also nicht einfach rausspringen, sondern schön vorsichtig und rückwärts – eben wie „echte Feuerwehrleute“. Der Hinweis hilft.

„Wir wollen den Kindern Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und Disziplin vermitteln“, sagt Recker. Gleichzeitig wird den Kindern aber auch viel zugetraut. Dass sie in jeder Gruppenstunde in die Fahrzeuge der Feuerwehr dürfen, ist für die meisten wohl der größte Reiz. Und das geht gut? Recker nickt: „Es gibt klare Regeln: Sie dürfen kein Licht anmachen, weder Funkgerät noch Schlüssel anfassen und keine Taste bedienen.“ Aber man wolle die Kinder ja an die Feuerwehr heranführen. Und die Erkundung der Fahrzeuge sei natürlich das Highlight jeder Stunde. „Die Kinder sollen mit der Zeit die Funktion eines Löschfahrzeugs erklären können.“

 Der Unimog ist am lautesten, und da kommt Qualm raus.“ Sönke (10 Jahre)
 
 Bis dahin dauert es wohl noch etwas. Beim nächsten Treffen der Kinderfeuerwehr geht es erstmal um die Brandschutzerziehung und um Hydrantensuche im Dorf – eine Art Schnitzeljagd. Aber schon jetzt scheinen die Kinder Grundsätze der Feuerwehr gut verinnerlicht zu haben. Auf die Frage, was ihr an der Feuerwehr am besten gefällt, antwortet die achtjährige Jana: „Dass wir uns hier alle gegenseitig helfen sollen.“
 
 
Quelle: Westfälische Nachrichten
Sonntag, 25. Juni 2017

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