Freiwillige sind echte Profis

Der Brand im Landgestüt im August war sicherlich der spektakulärste Einsatz in den vergangenen Monaten für Warendorfs Freiwillige Feuerwehr. Und ein Beleg dafür, auf welch hohem Niveau die Truppe unterwegs ist: Trotz Sommerferien waren in kürzester Zeit rund 200 Einsatzkräfte vor Ort. „Das ist hervorragend gelaufen“, sagt Christof Amsbeck. Der Chef der Warendorfer Feuerwehr lieferte im städtischen Hauptausschuss seinen Jahresbericht ab – und der ist ein beeindruckender Beleg für die Leistungsfähigkeit der hiesigen Blauröcke.

Das honoriert auch die Bezirksregierung in Münster. Nach wie vor hat Warendorf eine Ausnahmegenehmigung, denn eigentlich müssen Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern eine Wache mit hauptberuflichen Kräften betreiben. Warendorfs Feuerwehr bekommt das mit Freiwilligen hin – das spart der Stadt eine ganze Menge Geld.
Und es bedeutet: Die Freiwillige Feuerwehr in Warendorf ist so gut wie eine Profi-Wehr und übertrifft deutlich alle Auflagen der Aufsichtsbehörde.

Bei der Wehr sind aktuell 443 Mitglieder engagiert. Davon gehören 314 zur aktiven Truppe, 110 sind (altersbedingt) in der so genannten Ehrenabteilung dabei. 19 Jungen und Mädchen machen bei der Jugendfeuerwehr mit.
Das ist ein Thema, das Christof Amsbeck und seine Mitstreiter sehr engagiert angehen: „Wir wollen junge Leute für die Feuerwehr begeistern.“ Kinder und Jugendliche sollen an ein Mitmachen in der Gesellschaft herangeführt werden, soziale Kompetenz erwerben.
Warendorf ist dabei Vorreiter für ein ganz neues Projekt der Nachwuchsgewinnung. Bisher konnten Kinder ab zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten. Im November wird nun in Hoetmar die erste Kinderfeuerwehr (ab sechs Jahren) gegründet – die erste im Kreis Warendorf. Da werde von Josef Recker, Marina Austerhoff und Anika Recker mit viel Enthusiasmus echte Pionierarbeit geleistet, so Amsbeck.
Zu diesem Themenbereich dehört auch die Brandschutzerziehung: Bei 25 Veranstaltungen haben die Löschzüge im vergangenen Jahr 534 Kinder und 75 Erwachsene mit der Thematik vertraut gemacht. Dabei sind 4760 Stunden ehrenamtliches Engagement zusammengekommen – die Quote hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.
Kommunikativ ist Warendorfs Feuerwehr auf dem neusten Stand. Seit Februar funkt sie nur noch digital – mit Oelde als erste Wehr im Kreis. „Wir konnten dieses Projekt, dass uns mehrere Jahre begleitet hat, erfolgreich umsetzen.“ Auch die Ausstattung mit Fahrzeugen und Ausrüstung sei im Plan.
Was die Standorte der Feuerwehr angeht, zeigt sich Amsbeck zufrieden: Hoetmar, Milte und Einen sind top untergebracht. In Vohren gibt es Renovierungsbedarf. Die Planungen für einen Umbau in Freckenhorst haben begonnen, müssen weiter konkretisiert werden.
Was die Feuerwache am Holzbach und den Standort Nord (Brinkhaus) angeht, funktionieren die Dinge. Die Zukunftsplanung ist jedoch im Gang: Regelmäßig trifft sich eine Projektgruppe aus Verwaltung, DRK und Feuerwehr, die sich mit Themen wie dem Neubau einer Rettungswache und Gerätehaus-Umbau beschäftigt. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein Gerätehaus im Norden geht weiter – die Entwicklung ist eng verbunden mit der künftigen Entwicklung des Brinkhaus-Geländes, mit dem Bau des dritten Abschnitts der Stadtstraße Nord und dem Brückenschlag über die Ems sowie der Wohnbauplanung im Norden. Also eine ganze Reihe von Aspekten, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen werden.

Quelle: Westfälische Nachrichten

 

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Montag, 29. Mai 2017

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