Digitaler Pieper verzögert die Alarmierung der Feuerwehr

Wenn‘s brandeilig ist, zeigt das digitale Zeitalter seine Schwächen. Es klingt paradox, was der erfahrene Feuerwehrmann Christof Amsbeck jetzt dem Hauptausschuss berichten musste: Seit der Umstellung vom althergebrachten analogen zum hochmodernen digitalen „Pieper“ kommt die Alarmmeldung bei den Männern und Frauen der Feuerwehr im Schnitt eine Minute später an als in früheren Zeiten.

Dies und die immer größer werdende Vielzahl der Fehlalarmierungen durch unzuverlässige oder falsch montierte Brandmeldeanlagen sind die beiden größten Ärgernisse für die Freiwillige Feuerwehr Warendorf.

Ansonsten aber ist das meiste „gut in Fluss“, wie der Stadtwehrführer in seinem Bericht vor den Ratspolitikern sagte. Der Ärger, den es vor einigen Jahren zwischen der Feuerwehr- und der Stadtverwaltungsspitze gegeben hatte, scheint verraucht zu sein. Sowohl mit den meisten Gerätehäusern als auch mit dem Fahrzeugpark sind die Mannen um Amsbeck zufrieden.

Sanierungsbedarf gebe es akut jedoch beim Gerätehaus des kleinsten Löschzugs, in Vohren, und der Standort Warendorf-Nord auf dem Brinkhausgelände sei als Provisorium zwar passabel, tauge als Dauerlösung aber nicht. Die 34 Jahre alte Hauptwache „Am Holzbach“ sei in die Jahre gekommen und lasse wichtige Infrastruktur zur Ausbildung (Übungsturm) vermissen.

Der von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Bau einer neuen Hauptfeuer- und Rettungswache im Bereich des Kreisels an der Milter Straße findet offenbar nicht die ungeteilte Zustimmung der Wehr. In jedem Fall sei die Vollendung der Stadtstraße Nord durch einen dritten Bauabschnitt mit Brückenschlag über die Ems Voraussetzung für ein Funktionieren des Standorts, sagte Amsbeck. Nachteilig sei aber der weitere Weg aus der Innenstadt, wenn die Kameraden zu den Einsatzfahrzeugen müssten. In einer gemeinsamen Projektgruppe von Stadt, Feuerwehr und Rettungsdienst (DRK) würden derzeit Standort-Alternativen eruiert, sagte Beigeordneter Dr. Martin Thormann dazu.

Die zurzeit 302 aktiven Feuerwehrleute in den sieben Löschzügen hatten im vorigen Jahr 341 Einsätze, in denen sie 6574 Stunden freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich leisteten. Und das fast immer gern, wenn es nicht die vielen Fehlalarme gäbe, die auch für die Arbeitgeber der Wehrleute unerfreulich sind. In manchem Objekt werde bis zu 20 Mal im Jahr Fehlalarm ausgelöst. Übrigens ist nur der erste für die Hauseigentümer kostenlos. Jeder weitere wird von der Stadtverwaltung in Rechnung gestellt. Im Jahr kommen so rund 35 000 Euro zusammen.

 

Christof Amsbeck , Leiter der Feuerwehr Warendorf, zeigte sich in seinem Jahresbericht

vor den Ratspolitikern zufrieden mit der Entwicklung, ärgert sich aber über die Vielzahl der Fehlalarme.

 

Quelle: Die Glocke

Dienstag, 28. März 2017

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