Feuerwehr zukunftsfähig machen

Mit einer „Feuerwehrtour“ wirbt Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute für die Öffnung der Freiwilligen Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen gegenüber Migranten. Am Dienstag ist er nach Warendorf gekommen.

Von Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr und der Stadt Warendorf sowie des Verbandes der Feuerwehren in NRW wollten Thorsten Klute und sein Team erfahren, wie der Stand der interkulturellen Öffnung der Freiwilligen Feuerwehr in Warendorf ist. Bürgermeister Jochen Walter begrüßte Klute und sagte er freue sich, dass seine Tour den Staatssekretär nach Dortmund, Arnsberg und Kall nun nach Warendorf geführt habe. Walter betonte, dass die Freiwillige Feuerwehr sehr gut funktioniere. Warendorf sei daher ein gutes Ziel für Klutes Anliegen.

Der Feuerwehrverband habe Warendorf als Teil der Tour empfohlen, so Klute. „Wir wollen nach vorne schauen“, sagte der Staatssekretär und unterstrich, dass das Löschwesen, das auf der Arbeit von Freiwilligen beruhe, Unterstützung brauche. In dieser Sache arbeite das Innenministerium eng mit dem Verband der Feuerwehren in NRW zusammen. „Kameraden mit Migrationshintergrund sind in den Feuerwehren stark unterrepräsentiert und teilweise kaum vorhanden“, so Klute. Das müsse sich ändern. 20 Prozent der Menschen im Kreis Warendorf haben einen Migrationshintergrund, bei den Drei- bis Sechsjährigen seien es 30 Prozent, erläutert Klute und macht die Dringlichkeit deutlich, sich mit dem Thema zu befassen. „Es braucht viele Hände, die mitwirken“, sagte er. Stelle man sich die Frage, warum Feuerwehrleute mit Migrationshintergrund eine Ausnahme seien, gebe es zwei Gründe: „Zum einen hat sich die Feuerwehr vielleicht noch nicht genug geöffnet. Zum anderen gibt es in vielen Ländern unterschiedliche Erfahrungen mit den Feuerwehren“, so Klute. Das freiwillige System gebe es hauptsächlich in Mitteleuropa. In anderen Ländern sei die Feuerwehr „halb militärisch“ organisiert und Uniformen hätten eine andere Bedeutung als die des Helden.

Klute berichtete von einem Besuch in Serbien. Dort gebe es nur eine Berufsfeuerwehr, die aus den Großstädten in die Dörfer ausrücken müsse. Doch häufig sei es zu spät, wenn sie eintrifft. Die Feuerwehr müsse sich also in NRW nicht nur öffnen, sondern auch „den Menschen helfen, Hemmschwellen zu überwinden“, fordert der Staatssekretär. Denn wer das System nicht kenne, könne es seinen Kindern auch nicht zeigen.

Mit Murat Ayten nahm auch ein Kamerad der Feuerwehr Warendorf mit Migrationshintergrund an der Gesprächsrunde teil, um seine Erfahrungen zu schildern.

 

Wollen eine zukunftsfähige Feuerwehr: (v. l.) Helmut Pöhling, Christian Schmidt, Gregor Stockmann (jeweils Feuerwehr Warendorf),

Dr. Martin Thormann (1. Beigeordneter), Olaf Schröder (Feuerwehr Warendorf), Staatssekretär Thorsten Klute,

Bürgermeister Jochen Walter, Donald Niehues (Bezirksbrandmeister) und Murat Ayten (Feuerwehr Warendorf).

 

Quelle: Die Glocke

Dienstag, 12. Dezember 2017

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