Gemeinschaftsübung

Es war eine Gelegenheit, wie sie sich nicht allzu oft bietet: Ohne Rücksicht auf mögliche Beschädigungen nehmen zu müssen, konnten die Löschzüge Freckenhorst und Everswinkel am Montagabend in der ehemaligen Hombrink-Villa an der Industriestraße üben.

„In einigen Tagen kommt ohnehin der Abrissbagger“, weiß Frank Holzmüller (Feuerwehr Everswinkel). Dank berufliche Kontakte hatte Holzmüller die Gemeinschaftsübung der Löschzüge Freckenhorst und Everswinkel in dem Gebäude vermitteln können. Zusammen mit Andreas Große Winkelsett, Christian Reinker und Markus Beerenbrink brachte Holzmüller das Übungsszenario zu Papier. Ein Blitzschlag, so die Übungsvorgabe, habe einen Brand in einer Pension ausgelöst, in der 20 Personen eingecheckt waren. Wie viele der Gäste sich tatsächlich im völlig verqualmten Gebäude aufhielten, war den Einsatzkräften nicht bekannt.

 

Betreten durften die Kräfte der Feuerwehr die Hombrink-Villa

zunächst nur durch die Haustür. Das erschwerte die Übungsaufgabe.

 

Eine besondere Herausforderung bei der Übung war die Zugangssituation. Lediglich durch die Haustür durften die Einsatztrupps das Gebäude betreten. „Das stellt besondere Anforderungen an das Schlauchmanagement“, erläuterte Holzmüller. Schließlich dürfen sich die Schlauchleitungen, die alle durch die Haustür verlaufen, nicht ineinander verheddern. Eine weitere Herausforderung war der Funkverkehr. Die Kameraden aus Everswinkel und Freckenhorst funkten auf zwei verschiedenen Frequenzen, die Kommunikation zwischen den Einheiten sollte über die Einsatzleitwagen erfolgen. Kein Problem, solange jeder der Löschzüge die ihm zugeteilten Arbeiten erledigt. Was aber passiert, wenn plötzlich die Unterstützung der Kameraden des anderen Löschzugs benötigt wird, weil ein Feuerwehrmann zu Schaden gekommen ist und die Rettung im Vordergrund steht?

 

Der Rauch einer Nebelmaschine, mit dem die Hombrink-Villa verraucht

worden war, drang durch die geöffnete Haustür nach draußen.

 

Ebenfalls nicht einfach war die Suche nach den vermissten Personen. Die Dummys waren im Kleiderschrank und in einem nicht ausgebauten Gebäudeteil versteckt. „Man muss auch den Mut haben, einmal um die Ecke zu gucken“, erläuterte Holzmüller. Schließlich sei auch im Ernstfall nicht vorhersehbar, wohin Menschen flüchteten. Gerade Kinder versteckten sich gerne in Schränken, weiß der Feuerwehrmann. Und auch das Auftreten verschlossener Türen – normalerweise bei Übungen ein Tabu, um Beschädigungen zu vermeiden – war am Montag bei der Übung im abbruchreifen Haus Hombrink gewünscht.

 

 

Die Rettung von Personen erfolgte in der Übung am

Montagabend in Freckenhorst über den Balkon.

 

Im Ernstfall ist die Zusammenarbeit der Löschzüge aus Everswinkel und Freckenhorst sehr wahrscheinlich: „Wenn es auf Everswinkeler Gebiet zu einem Bauernhofbrand kommt, wird das Freckenhorster Tanklöschfahrzeug mit alarmiert“, weiß Holzmüller. Nicht nur deshalb sei es gut, sich im Rahmen einer Übung noch besser kennenzulernen.

 

Quelle: Die Glocke

Freitag, 31. März 2017

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