Letzte Übung wird zur echten Herausforderung

Dass die Übung keine ganz normale werden würde, hatte Roland Danwerth vermutet. Schließlich war es die letzte, bevor der langjährige Löschzugführer mit dem Erreichen des 60. Lebensjahrs in den Feuerwehr-Ruhestand wechselt. Was genau aber die Kameraden seines Löschzugs Milte auf die Beine stellen würden, ahnte er nicht.

Und so rückte der Löschzug Milte zunächst in Richtung Hörste aus, wo die Übung in einer Autowerkstatt über die Bühne gehen sollte. Dann aber ging der Melder. Alarm, Brand auf dem Gelände der Bundeswehr-Funkempfangsstelle. Ein Ernstfall? Spätestens als Roland Danwerth, der die Rolle des Einsatzleiters übernommen hatte, Ina Atig als penetrante Notfallbetroffene auf die Nerven fiel, er den langjährigen Notarzt Dr. Erich Hohenberger in der Sanitäterkluft erblickte und er Vohrens ehemaligen Löschzugführer Bernhard Heitmann an der Einsatzstelle sah, war klar, dass auch diese Situation eine Übung war.

Als aufgeregte Angehörige forderte Ina Atig Einsatzleiter Roland Danwerth ganz schön.

Bei der Versorgung der Verletzten waren

die Mitglieder des DRK Warendorf im Einsatz.

Mit einem Lächeln im Gesicht meisterte Danwerth die Herausforderungen, die die letzte Übung seiner aktiven Feuerwehrzeit für ihn als Einsatzleiter bereithielt. Und das waren so einige. Auf dem Gelände der Bundeswehr-Funkempfangsstelle waren insgesamt sieben Personen vermisst. Bei Arbeiten, so das Übungsszenario, sei es zu einem Brand auf dem Dachboden eines Gebäudes gekommen. Die Wasserversorgung musste mit Hilfe einer Pumpe von der nahegelegenen Hessel sichergestellt werden, ein unter einem Baumstumpf eingeklemmtes Kind befreit und die vermissten Personen gefunden und gerettet werden.

An aussergewöhnlichen Orten -hier in einem Baum- fanden die

Kameraden die vermissten Personen.

Mit im Einsatz waren neben dem Löschzug Milte auch die Feuerwehr-Kameraden aus Einen, die Drehleiter aus Warendorf sowie das DRK Warendorf mit Rettungswagen, Notärzten und zwei Verletztendarstellern. Auch Reiner Schreml, langjähriger Leiter der Funkempfangsstelle, hatte es sich nicht nehmen lassen, der Abschieds-Übung von Roland Danwerth beizuwohnen. „Mit so einer renitenten Angehörigen hatte ich bei einem echten Einsatz zum Glück nie zu tun“, schmunzelte Roland Danwerth nach Übungsende. Klar, dass die Rolle, die Ina Atig übernommen hatte, auch beim gemütlichen Beisammensein nach Übungsende noch einmal Thema war. Selbst den Notfallseelsorgern Rainer Hermes und Martin Kofoth war es nicht immer gelungen, die vermeintliche Angehörige zu beruhigen und von Einsatzleiter Danwerth wegzuhalten. Und natürlich wurden nach Übungsende auch Erinnerungen an die 41 Jahre wach, die Roland Danwerth im Löschzug Milte aktiv war – 18 Jahre davon als Löschzugführer.

Bei Roland Danwerths letzer Übung im aktiven Dienst trafen sich langjährige Weggefährten:

(v.l.) Josef zur Wickern, Notarzt Dr. Erich Hohenberger, Roland Danwerth, Bernhard Heitmann und Reiner Schreml.

Quelle: Die Glocke

 

Link zum Bericht in den Westfälischen Nachrichten

Dienstag, 24. April 2018

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