Aus Helfern wurden Freunde

Manchmal wächst aus einer Katastrophe eine nachhaltige Freundschaft. Diese Erfahrung hat auch Familie Kauling an der Vechtestraße in Langenhorst gemacht.

Auslöser war das Hochwasser am letzten Augustwochenende des Jahres 2010, als Feuerwehren von weit her anrückten, um die Überschwemmungen in den Griff zu bekommen.
Darunter auch eine neunköpfige Truppe aus Warendorf-Hoetmar, die auf Katastropheneinsätze spezialisiert ist. Und zu eben diesen Feuerwehrleuten pflegen die Kaulings seitdem freundschaftliche Kontakte.
Jetzt war die neunköpfige Feuerwehrtruppe des Löschzugs Hoetmar mit Frauen, Kindern und Partnerinnen zu Gast bei ihren Lan­genhorster Freunden. San­dra Kauling und ihr Mann Daniel haben das Hochwasserwochenende in einem Fotobuch festgehalten, das bei dem Treffen die Runde machte. Viele Erinnerungen kamen hoch, und der Gesprächsstoff ging nicht aus.
„Um zwei Uhr nachts wurden wir zum Katastropheneinsatz in die Ochtruper Ortsteile Langenhorst und Welbergen geordert. Och­trup war uns zwar ein Begriff. Aber von den beiden Ortsteilen hatten wir bis dahin nie etwas gehört“, bemerken Löschzugführer Willi Kottenstedde und Gruppenleiter Ludger Heuckmann. Sie erzählen von ihren Einsätzen in jener August-Nacht. Nachdem sie in Welbergen einige Keller leergepumpt hatten, war die Abwasser-Pumpstation am Vechtestation ihre Einsatzstätte. „Morgens gegen sechs Uhr kamen zwei Frauen aus der Nachbarschaft. Sie luden uns zum Frühstücken ein und boten an, die Toilette in ihrem Hause zu benutzen“, erinnert sich Kottenstedde an die erste Begegnung mit Maria Kauling und ihrer Tochter Sandra. „In dieser Familie“, sagt der Löschzugführer, „fühlte man sich auf Anhieb wie zu Hause.“ Das bekräftigen auch die anderen Kameraden der Truppe. Sie schwärmen noch heute von dem leckeren Hirschbraten, der ihnen zu Mittag serviert wurde. „Dieser Einsatz hätte gern noch ein paar Tage länger dauern können“, meint Feuerwehrkamerad André Füllenkemper schmunzelnd.
Sandra Kauling winkt ab. „Das war für uns kein Problem. Wir selber waren ja nicht vom Hochwasser betroffen, denn unser Haus ist nicht unterkellert. Da wollten wir helfen, so gut wir konnten, und haben uns auf diese Art eingebracht“, erzählt die Langenhorsterin. Für die Feuerwehrleute des Löschzugs Hoetmar jedenfalls hatte dieser Einsatz einen angenehmen Nachgeschmack. Bevor sie abrückten, wurden Adressen ausgetauscht. Und einige Wochen später, so Willi Kottenstedde, hätten sie Post aus Langenhorst bekommen. Familie Kauling habe sie eingeladen, das nicht überflutete Lan­genhorst einmal kennenzulernen. Es folgten weitere Besuche und Gegenbesuche.
„Eine solche Wertschätzung unserer Arbeit, die über den Einsatz hinausgeht und eine so herzliche Freundschaft nach sich zieht – das haben wir bisher noch nicht erlebt“, sagen Löschzugführer Kottenstedde und Gruppenleiter Heuckmann unisono.

Quelle: Westfälische Nachrichten

Dienstag, 12. Dezember 2017

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