Löschzüge 1 und 2 üben auf dem Deula-Gelände

images/warendorf/sonstiges/2017/deula/1.jpgDas Deula-Gelände im Warendorfer Norden ist fast neun Hektar groß. 24 Unterrichtshallen und Werkstätten sowie rund 100 Gästezimmer machen die Orientierung im Ernstfall für Außenstehende schwierig. Zudem ist das Gelände durch vier Tore gesichert. Wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, muss jeder Handgriff sitzen. Darum hat die Deula Westfalen-Lippe jetzt die Feuerwehr Warendorf zu einer Übung eingeladen.

Das Szenario: An einem Samstagnachmittag haben sich Jugendliche Zutritt zum Deula-Gelände verschafft, sind in eine Werkhalle eingedrungen. Dabei haben sie einen Brand ausgelöst, dem nur einer der Jungen entkommen konnte. Ein kleineres Kind aus dieser Gruppe war zuvor auf eigene Faust losgezogen und war in einer anderen Deula-Halle beim Spielen mit den Beinen unter dem Vorderrad eines Traktors eingeklemmt worden.e Nebelmaschine simuliert die Rauchentwicklung, lebensgroße Puppen sind als Unfallopfer in der Unterrichtshalle versteckt worden.

Die Brandmeldeanlage der Deula hat in der Feuerwehr-Leitstelle Alarm ausgelöst. Beide Löschzüge der Warendorfer freiwilligen Feuerwehr rücken aus. Rund 45 Feuerwehrmänner und -frauen werden zum Einsatz kommen. Schon beim Eintreffen am Haupttor geht es um Orientierung: Halle 7 – wie kommt man da am besten hin? Und wie funktioniert die manuelle Überbrückung der Schranke? Während die ersteintreffende Gruppenführerin dafür sorgt, dass Tor und Schranke geöffnet werden, blockieren etliche Einsatzfahrzeuge die Doktor-Rau-Allee. „Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Feuerwehrleute bei uns eine Übung machen. Ortskenntnis ist im Ernstfall das A und O“, kommentiert der Brandschutzbeauftragte der Deula, Thomas Schröter, die ersten Sekunden des Einsatzes.

Ein junger Feuerwehrmann spielt überzeugend den völlig geschockten Jungen, der nur ungenaue Angaben über Anzahl und Position der Opfer geben kann. Der Einsatzleiter, Brandoberinspektor Thomas Steinhoff, hat das Szenario ausgearbeitet. Zufrieden nimmt er zur Kenntnis, dass die Gruppenführerin geistesgegenwärtig einen sogenannten „Angriffstrupp zur Menschenrettung“ vorschickt, um den vermissten kleinen Jungen zu finden. „Schön, wenn auch unter Übungsbedingungen die Kollegen so schnell und routiniert handeln. Für uns ist wichtig, dass wir hier mal eine Einsatzsituation simulieren können, die so nicht alltäglich ist. Ein Brand in einer Baumaschinenwerkstatt ist eine ganz eigene Herausforderung.“

Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz machen sich bereit, in die völlig verqualmte Halle vorzudringen, um die Opfer zu finden und zu retten. Doch bevor sie sich Zutritt verschaffen können, müssen erst die Löschwasserversorgung sichergestellt und die topmoderne Drehleiter in Position gebracht werden. Keiner weiß, ob nicht explosive Stoffe in der Werkstatt gelagert sind. Diesel und Hydrauliköl, Dosen mit Bremsenreiniger, Fahrzeugbatterien – alles könnte den Helfern um die Ohren fliegen. Als ihre Kameraden ihnen Deckung geben können, dringen die Retter ins Innere der Halle vor. Sie sehen die Hand vor Augen nicht, müssen aber trotzdem jeden Quadratzentimeter absuchen, wenn es sein muss, allein mit dem Tastsinn. Das letzte (Puppen-)Opfer wird in einer Baggerkabine gefunden und mit vereinten Kräften zur Verletztensammelstelle gebrachte.

Nun muss noch das Kind befreit werden, dass unter einem Traktorreifen eingeklemmt ist. Der Suchtrupp hatte den Kinderdummy in einer anderen Halle gefunden und sofort einen Rüstwagen angefordert. Dieser hat jede Menge Werkzeug an Bord: hydraulische Rettungsgeräte, Hebewerkzeuge, Holzbohlen und -Keile und vieles mehr. Aber wie hebt man einen tonnenschweren Traktor an? Auch das will gelernt sein. Trotz schwerem Gerät kostet es scheißtreibende und nervenaufreibende Minuten, bis die Puppe unter dem Reifen hervorgezogen werden kann. Nach fast zwei Stunden ist die Übung schließlich beendet.

Quelle: Die Glocke

Samstag, 22. Juli 2017

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